Durch die Zweiradbegeisterung in der Familie (mein Papa fährt
Zweirad, meine Tanten und Onkel ebenfalls) wurde ich schon früh
mit dem Zweiradfieber angesteckt.
Doch niemand in der Familie kann sich so sehr für die
italienischen Schönheiten der Vespa begeistern wie ich.
Angefangen hat alles in der Mofazeit (leider hatte ich damals
keine Prüfbescheinigung), in der ich mich schnell in die Mofas
von Vespa (Piaggio) verliebte.
Nicht ganz erlaubt, knatterten wir mit einer hochgetunten Vespa
Ciao eine dauerhaft abgesperrte Straße in meiner Heimatstadt
hoch und runter.
Dort begann auch mein Interesse an der Technik der
Fahrzeuge.
Endlich 18 Jahre alt und den Motorrad-, und Autolappen in der
Hand, wuchs in mir der Wunsch nach einem motorisierten Zweirad
für den Alltag.
Ein Motorrad erschien mir jedoch zu unpraktisch für den
täglichen Gebrauch. Die Entscheidung fiel also auf eine Piaggio
Sfera 2 mit 50 cm³ RST.
Guter Wetterschutz, teilhydraulische Bremse vorne, Helmfach
unter der Sitzbank. Rundum alltagstauglisch und vor allem
praktisch.
Diese begleitete mich lange Zeit in meinem Alltag.
Doch irgendwann reichten mir die maximal 55 km/h nicht mehr
aus, und ich begann wild an dem Roller zu schrauben, um ihn ein
wenig schneller zu machen.
Das funktionierte zunächst, aber dann flog mir die gesamte
Variomatik um die Ohren, was zur Folge hatte, dass die
Kurbelwellenverzahnung hin war.
Dieser Schaden war für mich wirtschaftlich nicht tragbar, also
suchte ich Kontakt zur Moto Sport Rose GmbH.
Christian zeigte großes Interesse an dem Roller, da dieses
Fahrzeug bei seinen Kunden sehr gefragt war.
Geld wollte er mir jedoch nicht geben.
Stattdessen bot er mir einen Deal an: Ich gebe die Sfera ab und
bekomme dafür ein Konvolut von drei Vespas (den klassischen
Blechkisten).
Zu diesem Zeitpunkt war die Nachfrage nach dem alten Blech
gleich NULL.
Zu dem Konvolut gehörten eine halbwegs komplette Vespa PK 50 XL
2, eine technisch komplette, aber karosserietechnisch völlig
heruntergekommene PK 80 und eine (von Anfang an) für die Presse
bestimmte PK 50 XL2 Automatica.
Nach einigen Stunden Arbeit und technischer Aufbereitung stand
sie schließlich da: meine erste Blechvespa, eine PK 50 XL
2.
Diese begleitete mich über 1,5 Jahre und steckte mich endgültig
mit dem Vespavirus an.
Ich liebte die gediegene, robuste, zuverlässige und dennoch
technisch einfach nachvollziehbare Technik.
Dennoch fühlte ich, dass es immer noch nicht ganz das war, was
ich mir wünschte.
Völlig unerwartet kam dann der Anruf von Christian: „Ulf, ich
möchte meine Vespa PX 200 E GS verkaufen, da diese einen
leichten Frostschaden hat und ich sie eh nicht mehr
bewege.
Die aktuellen 4-Takt-Scooter sind viel besser! Hast du nicht
Interesse, die PX für wirklich kleines Geld zu
übernehmen?“
Keine Sekunde musste ich überlegen.
Eine PX 200 E GS — das Flaggschiff in Sachen Leistung und
Ausstattung (so viel man bei einer klassischen Vespa auch davon
sprechen kann) zu diesem Preis (damals 1.200 DM).
So eine Gelegenheit kommt nie wieder, also schlug ich zu.
Einmal frisch TÜV, die Kiste auf meinen Namen angemeldet, und
schon stand mir die weite Welt offen.
